Warburgstrasse

Warburgstrasse 42

In der Warburgstraße 35 und 37 in Hamburg-Rotherbaum wird auf dem 1.200 m² großen Grundstück ein Wohngebäude mit 42 Einheiten unterschiedlicher Größe errichtet. Die hier entstehenden Citywohnungen zeichnen sich durch ihren hochwertigen Ausbaustandard sowie durch die hervorragende Lage in Alsternähe, zwischen Unigegend und Innenstadt, aus.

Eine auffällige Besonderheit im Erscheinungsbild des Gebäudes ist die gelungene Kombination aus erhaltener historischer Fassade, einer architektonisch zeitgemäßen und sich selbstständig behauptenden Penthouse-Erweiterung und dem sich hinter der Fassade verbergenden Neubau.

Mit seinen neun Etagen, die zum Teil als Splitlevel angelegt sind, gehört das Objekt zur Kategorie der Hochhäuser. Das ist mit besonderen Anforderungen an die Sicherheit und an eine haustechnische Ausstattung verbunden, die den Erwartungen eines urbanen Lebensgefühls gerecht werden muss und die letztlich nur durch einen Neubau erfüllt werden können.

Die Bestandsgebäude in der Warburgstraße 35 und 37 wurden in den Jahren 1878 und 1889 durch die Architekten Hugo Stammann und Gustav Zinnow erbaut. Zwar standen diese nicht unter Denkmalschutz, die historischen Fassaden sollten jedoch als Zeitzeugnis für die Warburgstraße bewahrt werden und dem gestalterischen Anspruch, hier eine überzeugende Symbiose aus alt und neu entstehen zu lassen, gerecht werden.

Die Fassaden wurden aufwendig in einem Translozierungsverfahren erhalten. Dabei wurde die Bestandsfassade etagenweise in bis zu 21 m lange und 5 m hohe Teile geschnitten, eingelagert und vor dem Neubau errichtet. Eine besondere Anforderung besteht hier in der passgenauen Verbindung zwischen alter Fassade und neuem Baukörper. Im letzten Schritt wird die Fassade als Ganzes restauriert und ergänzende Elemente, wie beispielsweise Balkone und Gesimse, werden integriert.

Das Verfahren der Translozierung wurde in Hamburg erstmalig angewendet und fand dabei unter erschwerten Bedingungen statt: Das benachbarte amerikanische Konsulat und das Gymnasium schränken den Bewegungsspielraum der ohnehin engen Warburgstraße zusätzlich ein.

Die additive Aufstockung mit einer modernen, leichten Glas-Aluminium-Fassade hebt sich kontrastierend vom historischen Bestand ab, tritt jedoch durch die Rückstaffelung oberhalb des Mauerwerks angemessen zurück. Diese Erhöhung um drei zusätzliche Etagen ermöglicht den Bewohnern einen großartigen Blick auf die nahegelegene Alster und die Dächer der Innenstadt bis hin zur Elbphilharmonie.

Die straßenseitig gelegenen Wohneinheiten liegen erhaben oberhalb der Straße auf Hochparterreniveau und sind in der Geschosshöhe an die historische Fassade angepasst. Rückseitig ermöglicht die in Splitleveln organisierte Innenraumstruktur einen ebenerdigen Zugang zum Garten.

Projekt
Mehrfamilienhaus
BGF
8.700 m²
LPH
1-5
Fertigstellung
2019