Büroausbau im Bestand: Wie entstehen aus vorhandenen Flächen neue Arbeitswelten?
- Autorin:
- BAID Borchardt Architektur Interior Design GmbH, Hamburg (Herausgeber)
- Veröffentlicht:
- 15. Sep 2026
- Aktualisiert:
- 15. Sep 2026
Für das 2015 gegründete Unternehmen applike hat BAID Architektur 2.400 Quadratmeter Bürofläche an der Außenalster umgebaut, fertiggestellt im Januar 2024. Es war nicht der erste Auftrag dieser Art: BAID hatte zuvor bereits den Umzug des Unternehmens von der Sternschanze an die Alster geplant.
Der Beitrag beschreibt, wie dieser Umbau angelegt war, auf Grundlage der Pressemitteilung vom 29. Januar 2024.
Warum überhaupt Bestand statt Neubau?
Laut Pressemitteilung bedingte die schnelle Personalsteigerung neue Büroflächen für die mittlerweile rund 300 Mitarbeitenden. Die Aufgabe war damit nicht, ein Gebäude zu errichten, sondern vorhandene Geschosse neu zu ordnen.
Verteilt war das auf drei Etagen zu je rund 800 Quadratmetern.
Wie wurden die Etagen unterschieden?
Über Farbe. Jeder Etage ist eine Farbwelt zugeordnet: „Patina“, „Petrol“ und „Oxid“. Im fünften Obergeschoss ist dieses Schema durchbrochen und auf ein größeres Spektrum aus Gelb, Magenta, Altrosa und Dunkelblau ausgeweitet.
Die farbig gefassten Funktionskerne prägen das Erscheinungsbild der drei Geschosse und bieten Orientierung.
Was wurde wiederverwendet?
Die vorhandenen Glastrennwände. Sie wurden großflächig ausgebaut, während der Bauphase eingelagert und anschließend wieder eingesetzt.
Wiederverwendung dieser Größenordnung setzt voraus, dass Lagerfläche und Bauablauf früh geklärt sind. Sie erspart dem Projekt Material, das sonst ersetzt werden müsste.
Auch die Akustikdeckensegel bestehen aus Recyclingmaterialien. Sie wurden mit großem Abstand zu den Kassettenrändern montiert, damit die vorhandene Betonkernaktivierung, also die Temperierung über die Decke, nicht beeinträchtigt wird. Akustik und Temperierung liegen hier im selben Bauteil und mussten aufeinander abgestimmt werden.
Woher kommen die Möbel und Leuchten?
Zu einem großen Teil aus eigenem Entwurf:
- die Stehleuchte SKENA, entworfen von Jessica Borchardt und hergestellt von Zumtobel, steht an allen Arbeitsplätzen
- Barhocker und Stühle von DeVorm wurden eigens in den drei Projektfarben gefertigt
- Tresen, Esstische und Tribünen der Loungebereiche wurden eigens von BAID für den Ausbau entworfen und von einer Tischlerei angefertigt
Damit reicht die Planung von der Grundrissordnung bis zum Sitzmöbel. Das ergibt vor allem dort Sinn, wo Serienmöbel die Farb- oder Maßvorgaben eines Projekts nicht abdecken.
Wer hat woran mitgewirkt?
| Rolle | Beteiligte |
|---|---|
| Architektur und Innenarchitektur | BAID Architektur, Hamburg |
| Nutzer | applike |
| Leuchte SKENA | Entwurf Jessica Borchardt, Hersteller Zumtobel |
| Sitzmöbel | DeVorm, in Projektfarben gefertigt |
| Bauherr | applike Group GmbH |
| BGF | 2.400 m² |
| Leistungsphasen | 1–9, Direktauftrag |
| Fertigstellung | Januar 2024 |
Häufige Fragen
Wer hat die Büroflächen von applike an der Außenalster geplant?
BAID Architektur aus Hamburg hat für applike 2.400 Quadratmeter Bürofläche an der Außenalster umgebaut, fertiggestellt im Januar 2024. BAID hatte zuvor bereits den Umzug des Unternehmens von der Sternschanze an die Alster geplant.
Warum Büroausbau im Bestand statt Neubau?
Die schnelle Personalsteigerung bei applike bedingte neue Büroflächen für rund 300 Mitarbeitende. Die Aufgabe war damit nicht, ein Gebäude zu errichten, sondern vorhandene Geschosse neu zu ordnen, verteilt auf drei Etagen zu je rund 800 Quadratmetern.
Wie wurden die Etagen unterschieden?
Über Farbe. Jeder Etage ist eine Farbwelt zugeordnet: „Patina“, „Petrol“ und „Oxid“. Im fünften Obergeschoss ist dieses Schema auf ein größeres Spektrum aus Gelb, Magenta, Altrosa und Dunkelblau ausgeweitet. Die farbig gefassten Funktionskerne bieten Orientierung.
Was wurde beim Umbau wiederverwendet?
Die vorhandenen Glastrennwände. Sie wurden großflächig ausgebaut, während der Bauphase eingelagert und anschließend wieder eingesetzt. Die Akustikdeckensegel bestehen aus Recyclingmaterialien.
Woher kommen Möbel und Leuchten im applike-Büro?
Zu einem großen Teil aus eigenem Entwurf. Die Stehleuchte SKENA, entworfen von Jessica Borchardt und hergestellt von Zumtobel, steht an allen Arbeitsplätzen. Barhocker und Stühle von DeVorm wurden eigens in den drei Projektfarben gefertigt. Tresen, Esstische und Tribünen entwarf BAID für den Ausbau.
Quellen
- Pressemitteilung „Applike – Zukunftswerkstatt an der Alster Nummer 1“, baid.de/applike-ada1-presse, veröffentlicht 29.01.2024
- Projektseite baid.de/applike-ada1, abgerufen 27.08.2026 (Bauherr, BGF, Leistungsphasen)
- Foto: © Marcus Bredt
Herausgeber: BAID Borchardt Architektur Interior Design GmbH, Hamburg
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